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Travel Festival | Travel Festival Blog - Gastbeitrag Ozeankind: Unsere Transformation zum Plastikrebell
Nach ungefähr drei Monaten, das war im Herbst 2016, war für uns klar: diese „Weltreise“ im Jahr 2017 werden wir nicht so machen, wie wir es ursprünglich machen wollten. Nein, wir reisen um unseren Teil beizutragen. Wir reisen, um die Strände und das Meer sauberer zu hinterlassen als wir sie/es vorgefunden haben. Wir reisen, um mit Menschen in Kontakt zu kommen, die das Meer genauso lieben wie wir, die etwas verändern wollen. OZEANKIND war hiermit offiziell geboren.
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Travel Festival Blog Gastbeitrag von Ozeankind

Gastbeitrag Ozeankind: Unsere Transformation zum Plastikrebell – Wie uns das Reisen im Bezug auf Plastikkonsum verändert hat

Reisen ist die beste Schule des Lebens. Durchs Reisen verändern wir uns. Es formt unseren Charakter. Damit meine ich jetzt nicht die 14 Tage Alles-Inklusive-Urlaube an einem Ort, in dem gleichen Hotel. Das formt sicherlich auch etwas – nämlich unseren Körper.

Wir selbst reisen schon seit 7 Jahren zusammen durch die Welt. Haben individuell und auf eigene Faust schon 13 Länder erkundet, saßen im Auto und fuhren in Portugal die Atlantikküste entlang und entdeckten Südafrikas wilde Küste. Wir bestaunten die wunderschöne Natur in Island und Norwegen, sprangen kopfüber 143 Meter in den Dschungel Costa Ricas und wir teilten uns den Ozean mit unendlich vielen Fischen, Haien, Delfinen und Rochen.

Neben den unendlich vielen schönen Momenten erinnern wir uns aber auch an die knallharte und ungeschönte Realität. Die Lebensbedingungen in Brasiliens Favelas, wo die Kids zwar zur Schule gehen können, das Abwasser jedoch durch die schmalen Gassen den Berg herunterfließt. Oder auf Sansibar, wie wir kleine Jungs glücklich mit alten Reifen spielen sahen, umgeben von Müll. Oder die Plastikmengen – angespült an thailändischen Stränden, die Fische im indischen Ozean, die an Plastik knabbern oder Schildkröten die in Geisternetzen verenden.

Reisen öffnet Deinen Blick für Details, für das echte Leben vor Ort. Nach jeder Reise sind wir etwas verändert wieder nach Deutschland zurück gekehrt. Wir lernten das zu schätzen was wir haben und damit meine ich nicht besitzen.

Doch der krasseste Moment, welcher unser Denken & Handeln auf den Kopf gestellt hat, war im März 2016. Im Nachhinein waren das 10 Tage, nach denen nichts mehr so war wie vorher. Dabei war diese Reise weder geplant noch war sie in unserem Budget.

Denn im Jahr 2013 haben wir angefangen unseren Traum – für eine längere Zeit die Welt zu bereisen – in einen Plan umgewandelt. Jeden Monat legten wir Geld beiseite, um uns 2017 spätestens im Jahr 2018 unseren Traum erfüllen zu können.

Ping… ungefähr anderthalb Jahre vor Beginn der „Weltreise“ ploppte eine Email auf:

ein Newsletter mit einem grandiosen Angebot: „10 Tage Inselhopping auf den Malediven mit einem Katamaran“. Ich war sofort Feuer und Flamme, spürte das Kribbeln in meinem Bauch. Kurz mal die Abflughäfen und Preise gecheckt – danach rief ich Micha an. „Wir fliegen doch nochmal weg, ich hab was mega geiles bekommen. Ich buch das jetzt. Wir MÜSSEN dahin.“

Das wars. Nix weiter. Zu gern hätte ich Michas Gesicht in diesen Augenblick gesehen …da wir ja schon eine Weile Geld zur Seite gelegt hatten, konnte ich diesen Trip ohne zu zögern buchen. Naaaa gut das Geld war für unsere Auszeit geplant, aber so mussten wir uns in den kommenden Monaten bis zur Abreise noch etwas mehr am Riemen reissen und das Geld wieder zusammen sparen. Ich hatte aber ein gutes Bauchgefühl dass wir unbedingt dahin müssen und B dass wir das mit dem Geld schon alles auf die Kette kriegen werden.

Kennst Du das Gefühl, wenn das Universum (oder Dein Bauchgefühl) Dir sagt dass Du jetzt dieses oder jenes tun “musst“? Mein Bauchgefühl hatte Recht.

Diese 10 Tage fühlten sich an wie 20. Es gab nur den Indischen Ozean, drei weitere Gäste und drei Crewmitglieder. Kein Internet, keine Ablenkung. Dafür viel Zeit zum Nachdenken.

Das ist auch so eine Erkenntnis, die uns das Reisen schenkt: sobald Du aus Deinem gewohnten Alltag raus bist, es zulässt dass Deine Gedanken in jede Richtung fliegen, du dich nicht mit Facebook & Co. ablenkst, dann kann Magie entstehen. Du setzt dich auf einmal mit Dir selbst auseinander. Was will ich im Leben? Was ist mir wichtig? Wie will ich mein Leben gestalten? Was für Erinnerungen möchte ich vor meinem inneren Auge vorbei ziehen lassen, wenn ich mit 90 im Schaukelstuhl sitze?

Eat. Sleep. Snorkel. Repeat. Danach lebten wir. Es fühlte sich an, als seien wir auf einem anderen Planeten gelandet. Du wachst jeden Morgen an einem Riff, vor einer anderen mit Palmen bewachsenen Insel auf. Vorm Frühstück springst du ins türkisfarbene Wasser und sagst den Fischen „Guten Morgen“. Abends wenn die Sonne untergeht, liegst Du an Deck, blickst in den Sternenhimmel über Dir und bist glücklich am Leben zu sein und dankbar dafür, diese Erfahrung hier machen zu dürfen.

Gastbeitrag von Ozeankind auf dem Travel Festival Blog

Eines Nachmittags saß ich an Deck des Katamarans, nichts um uns rum außer der Weite des Ozeans. Plötzlich schwimmt ne leere Dose an der Seite des Bootes vorbei. Whaaaat?! Wo kommt die denn her? Es dauerte einige Sekunden bis ich merkte, dass unser Koch diese Dose gerade entsorgt hat  – und zwar offensichtlich ohne ein schlechtes Gewissen. Tja, damit war Seefahrer-Romantik erstmal vorüber. Vorhang auf für die harte Realität.

Wir haben schon in anderen Ländern vermüllte Landschaften gesehen, oder Menschen die umgeben von Müll leben. Doch wir waren noch nie live dabei, wie jemand den Ozean, diesen Ort den wir über alles lieben, verschmutzt. Wir waren geschockt.

Von diesem Moment an haben wir auch die Schattenseiten des Paradieses wahrgenommen. Von jedem Schnorchelgang kamen wir mit Plastik gefüllten Boardshorts zurück an Bord. Auf Ausflügen zu menschenleeren Inseln schauten wir genauer hin. FlipFlops, Plastikflaschen, Feuerzeuge, Dosen, Tüten und allerhand Kleinkram lagen im Sand oder unter Palmen.

Plastikmüll an den Stränden

Was wir vorfanden stellte unsere bisherige Welt auf den Kopf. Wir haben dort für uns entschieden, dass wir nicht länger zuschauen möchten, es nicht länger hinnehmen wollen, wie wir alle unseren schönen Planeten zu Grunde richten. Wir stellten uns selbst & vor allem unser Verhalten in Frage.

Diese 10 Tage waren der Beginn unserer Transformation (die bis heute übrigens andauert).

Zurück in Düsseldorf haben wir uns intensiver als je zuvor mit dem Thema Plastikverschmutzung auseinandergesetzt. Sowohl in Deutschland als auch in anderen Regionen dieser Welt. Warum findet man auch im letzten Winkel der Erde unseren Plastikmüll? Wie viel schwimmt da so rum? Wer ist dafür verantwortlich? Was kann man tun, um das Problem zu lösen? Fragen über Fragen.

Keine Dokumentation war vor uns sicher. Wir saugten alles auf was wir finden konnten. Nach ungefähr drei Monaten, das war im Herbst 2016, war für uns klar: diese „Weltreise“ im Jahr 2017 werden wir nicht so machen, wie wir es ursprünglich machen wollten. Nein, wir reisen um unseren Teil beizutragen. Wir reisen, um die Strände und das Meer sauberer zu hinterlassen als wir sie/es vorgefunden haben. Wir reisen, um mit Menschen in Kontakt zu kommen, die das Meer genauso lieben wie wir, die etwas verändern wollen. OZEANKIND war hiermit offiziell geboren.

Beach Clean Up mit Ozeankind

Seit sechs Monaten leben wir nun unseren Traum, der anfangs ein anderes Gesicht hatte. Es ist jetzt ein Gesicht geworden, mit dem wir uns besser identifizieren können, mit dem wir uns pudelwohl fühlen.

Zusammen mit all den Plastikrebellen & Ozeankindern da draußen können wir beweisen, dass es möglich ist, etwas zum Guten zu verändern. Jeder Einzelne kann das.

Wir müssen nicht auf DIE EINE Erlaubnis im Leben warten. Wir müssen nicht warten bis uns jemand anderes ermutigt für diese eine Sache loszugehen und einzustehen.

Das einzige was wir tun „müssen“, ist uns selbst die Erlaubnis im Leben zu geben, zu vertrauen dass manches auch anders kommen darf als von uns selbst geplant. Und das sagt Dir jemand, der lange Zeit in ihrem Leben noch alles perfekt haben wollte, die immer einen Plan hatte. Was soll ich sagen? Menschen ändern sich. Ich ändere mich. Ich entwickle mich weiter. Ich lerne mich mit jedem Tag besser kennen.

Reisen bedeutet Leben. Leben bedeutet Veränderung. Und wenn man sich nicht verändert, ist man eigentlich bereits tot.

Los, schnapp Dir Deinen deutschen Reisepass und entdecke die Welt. Es gibt fast nichts Schöneres als andere Kulturen zu entdecken und den wichtigsten Menschen in deinem Leben kennenzulernen: Dich selbst.

Marina & Micha stehen beim 3. Travel Festival am 19. Mai auf der Strandbühne! Du willst die beiden live erleben? Dann ab zum Travel Festival Ticketshop mit dir 🙂
Über die Gastautoren auf dem Travel Festival Blog

Marina & Micha, Ozeankind

Marina & Micha von Ozeankind

Marina & Micha möchten kein passiver Teil der Generation sein, die es schafft die Ozeane dieser Welt im Plastikmüll zu ersticken und die Meere leer zu fischen. Sie möchten nicht mehr tatenlos zuschauen, wenn unsere Generation es in wenigen Jahren fertigbringen wird, so faszinierende Tiere wie Haie oder Schildkröten auszurotten. Die Zwei möchten ihren Teil beitragen – und Dich dazu ermutigen, mitzumachen. Wo auch immer Du bist. Ihre große Mission: In den nächsten 5 Jahren, bis zum Jahr 2022, 50.000 kg Plastikmüll sammeln! 1.000.000 Menschen davon überzeugen, keine Einwegplastik-Produkte mehr zu kaufen, ihren Plastikkonsum zu überdenken & zu minimieren. Um das zu schaffen, setzt Ozeankind auf deine aktive Hilfe. Sammele den Müll ein, der in der Natur liegt, wiege ihn und schicke Ozeankind eine Nachricht mit der Info zum Gewicht. Nur so können Marina & Micha es in ihren Counter mit aufnehmen. Jeden Monat veranstalten die beiden ein weltweites plastikrebell CleanUp wo jeder mitmachen kann. EGAL wo Du bist, egal wie viel Du sammelst. Setze ein Zeichen gegen die Plastikverschmutzung und mach mit!

Hier geht es zum Blog: www.ozeankind.de

Ozeankind ist nicht die Lösung. Aber wir sind ein Teil der Antwort. Lasst uns zusammen die Welt ein kleines bisschen besser machen!
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